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Über 80 Jahre Verein (Linker) Niederrhein

Der Verein Niederrhein, 1928 als Verein Linker Niederrhein aus der Taufe gehoben, wurde 2008 im März 80 Jahre alt. Dem betagten Jubilar sind die acht Jahrzehnte aber keineswegs anzumerken, denn er arbeitet in alter Frische unverzagt weiter zum Wohl des Niederrheins und seiner Menschen.

Den Anstoß zur Gründung des Vereins gab der Erste Landesrat der damaligen Rheinprovinz, Dr. Wilhelm Kitz aus Düsseldorf. Mit Datum vom 17. März 1928 lud der Krefelder Beigeordnete Dr. Beyer ein „zur Gründung einer Organisation zur Schaffung und Unterhaltung von Wanderwegen am Niederrhein“. Unter seinem Vorsitz fand am Freitag, dem 23. März 1928, um 17 Uhr im Zimmer 26 des Krefelder Rathauses die Gründungsversammlung statt.

An dieser Versammlung nahmen neben dem Vorsitzenden folgende Persönlichkeiten teil: Franz Dökels, Tönisberg, Carl Thissen, Krefeld, Heinrich Mertens, Krefeld, Dr. Molenaar, Krefeld, Röttgen, Krefeld, Dr. H. Erlemann, Krefeld, Prof. Dr. Karl Rembert, Krefeld, Dr. Arnold Mock, Krefeld, F. Tibus, Elberfeld (beratender Gast), J. Mertens, Mönchengladbach, J. Lentz, Viersen, Dr. Barkhausen, Krefeld, Oberpostdirektor Wahl, Krefeld, M. Peltzer, Krefeld, P. Treeker, Krefeld.

Zum Vorsitzenden des neuen Vereins mit dem Namen „Verein Linker Niederrhein“ mit Sitz in Krefeld wurde der Studienrat Dr. Arnold Mock aus Krefeld gewählt, der sein Amt von 1928 bis 1939 und von 1945 bis 1967 ausübte. Zwölf der genannten Personen wurden Mitglied, ebenso acht Vereine, und zwar die Stadt Krefeld, der Eifelverein, Ortsgruppe Krefeld, der Eifelverein, OG Mönchengladbach, der Eifelverein, OG Viersen, der Deutsch-Österreichische Alpenverein, die OG Krefeld für Deutsche Jugendherbergen, der Krefelder Verkehrsverein, der Verein für Heimatkunde Krefeld. 

Als Vereinsgebiet entschied man sich für die linksrheinischen Gebiete zwischen Kleve im Norden und etwa der Linie Köln-Düren-Aachen im Süden, weshalb die Neugründung den Namen „Verein Linker Niederrhein“ (VLN) erhielt.

Das Ziel des Vereins, nämlich die „Erschließung des Niederrheins für und durch die Wanderbewegung“, traf offensichtlich auf großen Widerhall, so dass es schon bald zur Gründung zahlreicher Ortsvereine bzw. Ortsgruppen kam. Neben der am 19. Januar 1929 gegründeten Ortsgruppe Krefeld sind zu nennen: Amern, Breyell, Dülken, Hinsbeck, Jülich, Lank, Lobberich, Kamp-Lintfort, Kleve, Waldniel usw. - Innerhalb eines Jahres traten dem VLN 20 Kreise und Gemeinden sowie 40 Vereine bei.

Es sollte sich bald schon herausstellen, dass es für eine Organisation wie den VLN nicht genügen konnte, nur  Wandergebiete zu erschließen und Wanderwege anzulegen und zu verzeichnen. Der Heimatgedanke und damit die Heimatpflege führten zu weiteren Aufgabenbereichen. Es war eine glückliche Fügung, dass um die Gründungszeit des VLN verstärkt die Fremdenverkehrswerbung für den linken Niederrhein einsetzte. Einzelne Verschönerungsvereine und Verkehrsvereine waren schon zuvor entstanden, aber es gab keine zentrale Stelle, ihre Bemühungen zu bündeln und zu optimieren. Das änderte sich, als 1929 die Industrie- und Handelskammer Krefeld einen Verkehrsverband Linker Niederrhein einsetzte, um die Einzelanstrengungen zu einer umfassenden Werbung für den Niederrhein auszubauen. Der VLN unterstützte nachdrücklich diesen Zusammenschluss, der auch von anderen Handelskammern unterstützt wurde.

In diesem Zusammenhang kam schon bald die Überlegung auf, das Verbandsgebiet auf rechtsrheinische Gebiete auszudehnen, aber der VLN blieb, seinem Namen getreu, dabei, gerade den linken Niederrhein erschließen und fördern zu wollen, wozu er in den folgenden Jahrzehnten auch erfolgreich beitragen konnte.

 Zum Aushängeschild des VLN wurde die Vereinszeitschrift „der Niederrhein“, der in bescheidener Weise seit Januar 1929 die „Mitteilungen des Vereins Linker Niederrhein“ vorausgegangen waren. Die Zeitschrift wurde gerade mit der Gründung der Ortsvereine zum allgemeinen Publikationsorgan des VLN. Sie entwickelte sich rasch über den Status eines Mitteilungsblatts hinaus. Sie wurde zum einzigen überörtlichen Organ, das für den ganzen linken Niederrhein warb und dank seiner Beiträge und Aufsätze zu historischen, heimatkundlichen, kulturgeschichtlichen, landschaftlichen, mundartlichen Themenbereichen zahlreiche interessierte Leser fand und findet und sich großer Wertschätzung erfreut.

Im Jahr 1993 kam es zu einer wesentlichen Änderung in der Vereinsgeschichte, als auch die rechtsrheinischen Teile der Kreise Kleve und Wesel zum Verbandsgebiet hinzukamen. Seitdem heißt der Verein folgerichtig „Verein Niederrhein (VN) e.V“.

Nach der Satzung sieht der VN seinen Zweck darin, Heimatpflege, Wandern, Naturschutz und Umweltschutz am Niederrhein zu fördern. Eine der wichtigsten Aufgaben in diesem Zusammenhang ist die Unterhaltung des fast 5000 km langen Wegenetzes. Der Verein besitzt das Recht, verliehen durch die Regierungspräsidien Köln und Düsseldorf, Wanderwege anzulegen und zu bezeichnen. Die entsprechenden Wanderkarten werden in Zusammenarbeit mit dem Landesvermessungsamt herausgegeben und fortgeschrieben.

Der VN zählt gegenwärtig 318 Einzelmitglieder; weiterhin gehören 20 Ortsvereine zum Gesamtverein; Mitglieder des VN sind ebenso 58 Bürger-, Heimat-, Verkehrs-, Sport-, Museums- Geschichtsvereine, Verbände und andere Einrichtungen. Ferner sind dem VN noch 54 Städte und Gemeinden angeschlossen sowie 27 Archive, Buchhandlungen, Bibliotheken, Verlage, Schulen, Pfarrämter, Sparkassen, Stadtverwaltungen und Stadtwerke. 

Der VN unterhält folgende Wanderwege: 1 europäischen Fernwanderweg (250 km), 281 Rundwanderwege (2200 km), 70 Ortswanderwege (300 km), 14 Hauptwanderwege (1250 km), 7 Bezirkswanderwege (250 km), 5 Rundwanderwege (180 km), 2 Pilgerwege (220 km), 2 große Rundwanderwege (170 km). Diese 382 Wege mit 4820 km Länge werden von 22 Wegezeichnern betreut, von denen 18 regelmäßig „ihre“ Wege hegen und pflegen.


 Quellen: Stadtarchiv Krefeld (StAKR), Bestand 70, Nr. 257. Mitteilungen des Vereins Linker Niederrhein, später „der Niederrhein“. Arnold Mock, 40 Jahre Verein Linker Niederrhein. Vereinssatzungen.

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Kommentare  

#2 Z 66 2017-05-01 00:04
Most alphabetic scripts of India and Jap Asia are descended from
the Brahmi script , which is often believed to be a descendant of Aramaic.
#1 Rüdiger Schmidt 2017-03-25 11:23
Gibt es eure aktuelle Vereinssatzung zum Herunterladen?

M.f.G.
Rüdiger Schmidt
Präsident des Teutoburger-Wald-Verbandes e.V., Bielefeld

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